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Kopfgeldjäger - Wahrheit und Mythos
Autor: Peter Knuff
Wie bei allem, liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Headhunter sind keine dunklen Gestalten, die sich bei Nacht und Nebel rumtreiben. Obwohl es manchmal schon nachts werden kann. Aber davon später.

Wie arbeitet ein Headhunter? Warum brauche ich einen Headhunter, wo es doch eine Personalabteilung gibt? Was macht einen guten Headhunter aus?

Headhunter kommt aus dem Angelsächsischen und bedeutet frei übersetzt Kopfgeldjäger. Richtig ist, dass ein Personalberater relativ wenig mit einem Kopfgeldjäger gemein hat.

Wie arbeitet ein Headhunter?
Ein Personalberater unterstützt die Firma bei der Suche nach geeignetem Personal. Er erstellt ein Profil über den zukünftigen Mitarbeiter oder die zukünftige Mitarbeiterin. Hierbei werden nicht nur die fachlichen, sondern vor allen Dingen die menschlichen Faktoren analysiert. Wichtig ist das Gespräche auf allen relevanten Ebenen innerhalb des Unternehmens: Geschäftsführung, Personalabteilung, direkter Vorgesetzter. Die Erfahrung zeigt, dass teilweise unterschiedliche Auffassungen über die Anforderungen des neuen Mitarbeiters bestehen. Hier gilt es, mit sehr viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen das richtige Profile zu erstellen.

Vielleicht sind Sie auch schon mal von einem Personalberater angesprochen worden: "Ich kann Ihnen eine Position bei der Firma XYZ anbieten". Hier ist Vorsicht geboten. Ein guter Personalberater wird Sie, wenn Sie gesprächsbereit sind, zu einem Beratungsgespräch einladen. Neben den fachlichen Faktoren werden vor allen Dingen die persönlichen Bedürfnisse besprochen. Wenn man sich in seiner privaten Umgebung politisch, kulturell oder sportlich engagiert und eine Präsenz vor Ort erforderlich ist, so wird ein guter Personalberater Ihnen kein Angebot über einen Job machen, wo Sie über längeren Zeitraum in einer anderen Gegend arbeiten müssen.

In dem vorgenannten Gespräch werden die Bedürfnisse des Kandidaten analysiert. Da es sich um ein Beratungsgespräch handelt, kann der Kandidat seine Bedürfnisse klar definieren. Hier geht es nicht um ein Bewerbungsgespräch, wo man sich auf eine bestimmte Position bewirbt. Ein neuer Arbeitsplatz, eine neue Position, sollte immer mit einer Zeitspanne von mindestens 3 Jahren betrachtet werden. Wichtig bei der Entscheidung ist die Zufriedenheit in der neuen Aufgabe. Für viele, gerade junge, Menschen spielt das Gehalt eine wichtige Rolle. Ein hohes Gehalt bringt nur eine kurze Motivation. Andere Faktoren sind weitaus wichtiger. Dies gilt es in dem Gespräch herauszufinden. "Es gibt keine ungeeigneten Mitarbeiter, nur falsche Besetzungen". So kann es durchaus sein, dass der Personalberater Ihnen eine ganz andere Position anbietet als es im voraus geplant war. Einigen meiner Kandidaten habe ich auch schon empfohlen, bei dem jetzigen Arbeitgeber zu bleiben, um noch mehr Erfahrung zu sammeln. Vorsicht ist geboten, wenn der Personalberater Ihnen eine Position "schönreden" will.

Sollte nach dem Gespräch eine Position in Frage kommen, so wird Sie der Personalberater über die Firma und Aufgabe informieren. Hierbei sollten die Erkenntnisse des vorangegangenen Gesprächs mit einfließen. Welche Faktoren stimmen überein, und wo gibt es eine Disharmonie? Kann ich damit über einen längeren Zeitraum leben? Sollten Sie Interesse an der Position haben, wird der Personalberater die Unterlagen an die Firma weiterreichen. Wichtig ist, dass der Kandidat über alle Schritte informiert wird. Sollte es zu einem Vorstellungstermin kommen, wird der Personalberater Sie auf das Gespräch vorbereiten und selbstverständlich auch an dem Vorstellungsgespräch teilnehmen. Ein guter Personalberater sollte auch immer ein Bewerbungscoach sein.

Warum brauche ich einen Headhunter, wo es doch eine Personalabteilung gibt?
Ein Personalberater kann Kandidaten ansprechen und auf eine Position aufmerksam machen. Eine Firma, respektive die Personalabteilung, kann dies nicht tun, da es dann als Abwerbung gilt. Kandidaten würden sich nicht bei bestimmten Firmen bewerben, weil sie mit der Firma bestimmte Vorbehalte verbindet. Ein Grossteil der Sondierungsgespräche finden außerhalb der Bürozeiten statt, also dann, wenn der potentiale Kandidat Freizeit hat. (Daher sind Personalberater auch im Dunkeln unterwegs). Das wichtigste ist aber, dass der Personalberater kein Bewerbungsgespräch, sondern ein Beratungsgespräch führt. Es wird zuerst über die Aufgabe gesprochen. Sollte dann eine Übereinstimmung stattfinden, wird erst die Firma bekannt gegeben. Hier muss und kann der Kandidat seine Qualitäten und Bedürfnisse nicht der Firma anpassen.

Was macht einen guten Headhunter aus?
Wie in jeder Branche gibt es auch hier schwarze Schafe, die das vermeintliche schnelle Geld machen wollen. Um es vorwegzunehmen, ein Personalberater bekommt für seine Beratung zwischen 20-35% vom Jahresgehalt. Dies ist der Umsatz, nicht die Marge. Rechnet man die Arbeitszeit, so relativiert sich das Ganze schon wieder. Ein guter Personalberater muss in dem Bereich groß geworden sein. Er muss den "Stallgeruch" haben und die Terminologie der Firmen und Kandidaten verstehen. Man kann beispielsweise nicht gleichzeitig im IT- und Biologiebereich tätig sein. Personalberater, die in einem Team von mehreren Kollegen arbeiten, sind effektiver für Kandidaten und Firmen, da sie als Multiplikatoren für beide wirken. Ein Personalberater begleitet Kandidaten eine lange Zeit ihres Arbeitslebens. Er wird niemals die schnelle Mark (den schnellen Euro) machen wollen. Er wird für "seine Firmen" die optimalen Kandidaten finden. Denn nur mit einer guten Mannschaft ist Wachstum möglich. Und last, but not least, muss ein guter Personalberater eine gehörige Portion an Lebenserfahrung mitbringen, oder können Sie sich vorstellen, dass ein 50jähriger Manager sich wohlfühlt, wenn ein 30jähriger Personalberater ihm Ratschläge für seine berufliche Laufbahn gibt?

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Knuff Consulting
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